Die ersten Schritte
Bereits im Alter von drei Jahren trat Cristiano Ronaldo erstmals gegen den Ball und als er sechsjährig die Grundschule besuchte war seine Leidenschaft für den Fußballsport offensichtlich. Er entwickelte Sympathien für Benfica Lissabon, obwohl er sich später für dessen Lokalrivalen Sporting Lissabon entscheiden sollte. Sein erster Verein war aber der Amateurklub CF Andorinha. In dem Klub, bei dem sein Vater als Zeugwart arbeitete, spielte Ronaldo ab dem Alter von acht Jahren und im Laufe der nun folgenden zwei Jahre begann er sich landesweit einen Namen zu machen. Mit Nacional Funchal und Marítimo Funchal zeigten sich 1995 die beiden führenden Vereine auf Madeira an einer Verpflichtung des jungen Talents interessiert. Die Wahl fiel schließlich auf den kleineren Verein von Nacional, nachdem Vertreter von Marítimo ein Treffen mit dem Berater Ronaldos bei Adorinha hatten platzen lassen.
Bei seinem neuen Verein gewann er eine Jugendmeisterschaft und absolvierte 1997 ein dreitägiges Probetraining bei Sporting Lissabon. Für eine nicht bekannte Ablösesumme (bzw. „Ausbildungsentschädigung“) wechselte Ronaldo später schließlich zu dem Hauptstadtverein.[3]
Sporting Lissabon
In der Kaderschmiede von Sporting Lissabon trainierte Ronaldo fortan in Alcochete mit anderen Jugendspielern des Vereins unter professioneller Führung. Dabei hatte er anfänglich Akzeptanzprobleme bei den Kameraden, die zumeist aus der näheren Umgebung Lissabons entstammten und sich über Ronaldos spezifischen Dialekt aus Madeira lustig machten. Zur persönlichen Unterstützung sollte sich schließlich seine Mutter um den jungen Teenager vor Ort kümmern. Auch ein extremer Wachstumsschub stand seiner weiteren sportlichen Entwicklung zunächst einmal im Wege. Dennoch sollte Ronaldo später der erste Jugendliche in der Vereinsgeschichte von Sporting Lissabon sein, der binnen einer Saison für die U-16-, U-17-, U-18-, die Reserveauswahl und für das Profiteam zum Einsatz kam.[4] Dabei debütierte er am 29. September 2002 gegen Sporting Braga und schoss bereits bei seinem zweiten Spiel für die A-Mannschaft am 7. Oktober 2002 gegen den Moreirense FC zwei Tore zum 3:0-Sieg. Zudem stand Ronaldo im portugiesischen Kader zur U-17-Europameisterschaft 2002 in Dänemark.[5]
Durch seine Leistung bei der U-17-EM fiel er auch der internationalen Fußballwelt auf. Zunächst entdeckte mit Gérard Houllier der damalige Trainer des FC Liverpool den 17-jährigen Spieler. Verpflichtungspläne sollten aber schließlich daran scheitern, dass Ronaldo als noch zu jung eingestuft wurde und nach Meinung der Verantwortlichen noch Zeit benötigte, um sich zu einem Spitzenfußballspieler zu entwickeln.[6] Im Sommer 2003 kam es dann jedoch zur Begegnung mit Alex Ferguson und dessen Verein Manchester United, als Sporting den englischen Großverein anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten des José-Alvalade-Stadions in Lissabon mit 3:1 besiegte. Dabei demonstrierte Ronaldo auf beiden Außenpositionen seine Leistungsfähigkeit und beeindruckte seine Gegenspieler durch ein trickreiches Spiel derart, dass diese ihren Trainer auf einen möglichen Transfer des jungen Portugiesen ansprachen.[7]
Manchester United
Im August 2003 wechselte Ronaldo zu Manchester United. Da Ferguson primär nach dem Wechsel von David Beckham zu Real Madrid auf der Suche nach einem Nachfolger auf der rechten Mittelfeldposition war, entschied er sich schließlich zur Verpflichtung von Cristiano Ronaldo, der damit auch zum ersten Portugiesen in der Vereinsgeschichte von Manchester United wurde. Der 17,5-Million-Euro-Kauf erhielt bei seiner Ankunft das renommierte Trikot mit der Rückennummer 7, das zuvor von Vereinslegenden wie George Best, Bryan Robson, Éric Cantona und Beckham getragen worden war. Um diesem Druck zu entgehen, hatte Ronaldo ursprünglich mit der 28 die gleiche Trikotnummmer wie bei Sporting gewählt. Ferguson bestand jedoch darauf, dass sein neuer Spieler künftig mit der geschichtsbeladenen Nummer 7 auflaufen sollte.
Am 16. August 2003 kam Ronaldo in der 60. Minute zu seinem ersten Spiel für Manchester United, als er in Old Trafford mit 4:0 gegen die Bolton Wanderers siegreich blieb. In seinen ersten beiden Spielzeiten belegte er mit United jeweils den dritten Platz in der Meisterschaft und gewann 2004 mit dem FA Cup seinen ersten englischen Titel. In der Anfangsphase der Saison 2005/06 erzielte er bei der 1:4-Niederlage gegen den FC Middlesbrough den 1.000 Premier-League-Treffer des Vereins und ließ im Februar jeweils einen „Doppelpack“ gegen den FC Fulham und beim FC Portsmouth im Fratton Park folgen. Am Ende der Saison hatte Ronaldo mit neun Toren so viele Treffer erzielt, wie in den beiden Spielzeiten zuvor gemeinsam. Eine erste namhafte Ehrung war 2005 die Auszeichnung zum besten Jungprofi der FIFPro, die er im anschließenden Jahr verteidigen sollte. Bei der Weltfußballer-Wahl 2005 belegte er den 20. Platz.
In der Saison 2006/07 spielte Ronaldo besser denn je, obwohl nach der WM 2006 infolge der Ereignisse des Spiels gegen England viele Wechselgerüchte auftraten und er in den anfänglichen Spielen von den eigenen wie gegnerischen Fans bei eigenem Ballkontakt ausgepfiffen wurde. Durch seine beständig guten Leistungen ließen die Unmutsbekundungen im United-Anhang jedoch schnell wieder nach und Ronaldo konnte in dieser Spielzeit endgültig seinen Durchbruch zu einem der besten Spieler der Premier League feiern. Mit insgesamt 17 Ligatreffern entwickelte er sich zudem immer mehr zu einem Torjäger. Im November 2006 wurde er zum „Spieler des Monats“ gewählt und im Monat darauf sorgten sechs Tore in drei Spielen dafür, dass er mit bis dato 12 Toren der einflussreichste United-Spieler in der laufenden Saison war (die Auszeichnung zum besten Spieler des Monats verteidigte er folgerichtig im Dezember[8]). Auch seine Spielanlage innerhalb der Mannschaft hatte mittlerweile an Reife zugelegt und seine vormals noch egozentrische Spielweise hatte sich in ein gutes Passspiel gewandelt.[9] Am 5. Mai 2007 sorgte er mit seinem insgesamt 50. Pflichtspieltor für Manchester United für den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg gegen Manchester City, der die erste Meisterschaft für United nach vier Jahren sicherstellte. Am 10. April 2007 hatte er zuvor während des Champions-League-Viertelfinalspieles gegen den AS Rom seine ersten beiden Tore in der „Königsklasse“ (von insgesamt dreien in dieser Spielzeit) erzielt. Auch persönliche Auszeichnungen hatte er während der Spielzeit gesammelt. Dazu zählte seine Wahl von der Spielervereinigung PFA zum besten Spieler des Jahres und zum besten Jungprofi im April 2007. Diesen doppelten Titel hatte zuletzt Andy Gray 30 Jahre zuvor einfahren können.[10] Gemeinsam mit gleich sieben Mannschaftskameraden von United wurde er schließlich in das „Team der Saison“ gewählt und gewann mit der Fan-Auszeichnung („PFA Fans' Player of the Year“) auch die dritte von der PFA durchgeführte Wahl. Auch die einheimischen Journalisten standen dieser Meinung nicht nach und wählten Ronaldo im Mai 2007 ebenfalls zu Englands Fußballer des Jahres 2007.
Wie bereits im Jahr zuvor, mehrten sich auch gegen Ende der Saison 2006/07 Wechselgerüchte in Verbindung mit der Person von Cristiano Ronaldo - darunter war vor allem die schlagzeilenträchtige Offerte von Real Madrid in Höhe von angeblich 80 Millionen Euro.[11] Dessen ungeachtet bestätigte Ronaldo im März 2007 jedoch die laufenden Vertragsverlängerungsverhandlungen bei Manchester United, die schließlich darin endeten, dass er am 13. April 2007 einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag unterzeichnete. Mit diesem neuen Kontrakt, der Ronaldo mutmaßlich 120.000 Pfund pro Woche einbringt[12], wurde der Portugiese zum bestbezahlten Spieler in der Geschichte von Manchester United.
Die Spielzeit 2007/08 begann mit einer roten Karte im Spiel gegen den FC Portsmouth. Im Anschluss an die folgende Sperre stand er in der Champions League seinem alten Verein Sporting Lissabon gegenüber. Er schoss dabei in der 60. Minute den einzigen Treffer zum 1:0-Sieg und für seine demonstrative Weigerung einer Jubelgeste erhielt er stehende Ovationen seines ehemaligen Anhangs. Sowohl in dem europäischen Vereinswettbewerb als auch in England setzte Ronaldo mit seinen in der Vorsaison gefundenen Torjägerqualititäten fort und schoss schließlich im Rückspiel gegen Sporting ein Freistoßtor, wodurch sein Verein die Vorrundengruppe gewann.[13]. Im Dezember 2007 gewann er sowohl bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres mit 277 Punkten hinter Kaká den zweiten Platz[14] als auch in der Weltfußballerwahl hinter Kaká und Lionel Messi den dritten Rang.[15] Mit seinem bereits 23. Ligatreffer am 19. Januar 2008 beim 2:0-Sieg gegen den FC Reading konnte er seine Torausbeute der gesamten Vorsaison in Bezug auf alle Pflichtspiele bereits vorzeitig einstellen.[16] Durch anhaltend gute Leistungen wurde er, wie schon im Vorjahr, wieder zu Englands Fußballer des Jahres gewählt.
In der Nationalmannschaft
Cristiano Ronaldo hatte bereits im Jahre 2002 für die Auswahl Portugals bei der U-17-Europameisterschaft gespielt und war zudem Bestandteil der U-18- und U-21-Nationalmannschaft. Am 20. August 2003 debütierte er in der A-Nationalmannschaft als Einwechselspieler in der zweiten Halbzeit der Partie gegen Kasachstan. Während der Euro 2004 im eigenen Land war er der jüngste Spieler im Team und schoss im Eröffnungsspiel gegen Griechenland ein Tor bei der 1:2-Niederlage sowie im Halbfinale gegen die Niederlande einen Treffer zum 2:1-Sieg. Obwohl er mit dem portugiesischen Team im Finale dem Eröffnungsspielgegner Griechenland mit 0:1 unterlag und nur Vize-Europameister wurde, hatte er sich mit seiner Leistung in die „Mannschaft des Turniers“ gespielt.[17] Weiterhin nahm er an den Olympischen Spielen 2004 in Athen teil, kam dort in den Spielen gegen den Irak (2:4) und Marokko (2:1) zum Einsatz und schied trotz eines Treffers gegen die Nordafrikaner nach einer weiteren 2:4-Niederlage gegen Costa Rica mit seinem Team bereits in der Vorrunde aus.
Während der Qualifikation zur WM 2006 in Deutschland war Ronaldo mit sieben Treffern der zweitbeste Torschütze in der UEFA-Zone.[17] Im Weltmeisterschaftsturnier selbst erzielte er per Elfmeter sein erstes WM-Endrunden-Tor gegen den Iran.[18] Im Achtelfinale gegen die Niederlande schied er nach einem Zweikampf gegen Khalid Boulahrouz verletzt aus, kehrte im Anschluss an den 1:0-Sieg jedoch in der Runde der letzten acht Mannschaften gegen England zurück.[19] Dort gewann er mit seinem Team nach Elfmeterschießen, nachdem sein Team zuvor aufgrund einer roten Karte für Ronaldos United-Mannschaftskamerad Wayne Rooney in Überzahl gespielt hatte. Besondere Brisanz erhielt diese Hinausstellung deswegen, weil Rooney eine Tätlichkeit an Ricardo Carvalho begangen hatte und Ronaldo ein unsportliches Verhalten wegen angeblicher Beeinflussung des Schiedsrichters in seiner Entscheidung attestiert wurde. Dies führte dazu, dass sich Ronaldo auch noch nach dem Turnier bei seiner Rückkehr nach Manchester weitgehenden Anfeindungen aus den britischen Boulevardmedien konfrontiert sah.[20] Die Weltmeisterschaft selbst beendete Ronaldo nach zwei Niederlagen gegen Frankreich (0:1) und Deutschland (1:3) auf dem vierten Platz. Bei der Wahl zum besten Jungspieler des Turniers gehörte Ronaldo zu den fünf nominierten Akteuren und unterlag anschließend dem deutschen Stürmer Lukas Podolski. Auch hier wirkte sich das angeblich unsportliche Verhalten des Portugiesen negativ auf seine Wahlchancen aus; die zuständige FIFA-Kommission bezeichnete eine gewisse „Anständigkeit“ als Kriterium bei der Entscheidungsfindung.[21]
Nur einen Tag nach seinem 22. Geburtstag führte Cristiano Ronaldo am 6. Februar 2007 erstmalig Portugal als Kapitän aufs Spielfeld. Anlass war ein Freundschaftsspiel gegen Brasilien; die Ernennung geschah auf ausdrücklichen Wunsch des portugiesischen Verbandspräsidenten Carlos Silva, der zwei Tage zuvor verstorben war. Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari äußerte zwar, dass er Ronaldo als zu jung für dieses Amt ansah, aber Silva diesen Gefallen zu tun bereit war. Zur erfolgreichen Qualifikation für die EM 2008 steuerte Ronaldo erneut insgesamt acht Treffer bei.[22]
Erfolge/Titel
